Themen

Im Rahmen des Fachkongresses werden unterschiedliche Beteiligungsformate angeboten:


Im Rahmen des Fachkongresses wurden insgesamt zehn Zukunftswerkstätten angeboten, die auf Grundlage des Inputs von Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen eine Austauschplattform zur zukunftsfesten Weiterentwicklung der Familienbildung, Familienberatung und Familienpflege in NRW bieten.

Die Themen und Inhalte der Zukunftswerkstätten nehmen auf die zentralen im Rahmen der Evaluation identifizierten Handlungsfelder zur Weiterentwicklung von Familienbildung, -beratung, und -pflege Bezug. Da für jede Zukunftswerkstatt und das damit assoziierte fachpolitische Handlungsfeld jeweils auch ein eigener Themenbereich im Online-Beteiligungsforum „Mitreden“ eingerichtet wurde, kann der Fachdiskurs im Nachgang des Fachkongresses Fachdiskurs im Online-Forum fortgeführt werden.

Die Inhalte der Zukunftswerkstätten adressieren grundsätzlich alle Arbeitsfelder, also sowohl die Familienbildung, wie auch die Familienberatung und Familienpflege. Aufgrund der Themensetzungen sowie der Schwerpunkte der Referent:innen waren in den einzelnen Workshops aber spezifische Akzentuierungen unvermeidlich. Für mehr Informationen klicken Sie bitte auf die einzelnen Themenbereiche.

Die Ergebnisse der einzelnen Zukunftswerkstätten werden noch systematisiert aufbereitet und fließen zusammen mit den Eingaben aus dem „Mitreden“-Forum in eine umfassende Tagungsdokumentation ein, die ebenfalls auf dieser Webseite zur Verfügung gestellt werden wird.

Kompetenznetzwerk Seelische Gesundheit und Familie im Caritas-Verband für den Rhein-Erft-Kreis e. V. und
Georg Seegers, Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.

Hauptzielgruppen: Familienberatung und Familienpflege

In allen evaluierten Arbeitsfeldern zeigen sich Entwicklungsanforderungen für den Umgang mit Themen, die spezifisches Wissen und eine besondere Sensibilität erfordern. Gerade psychische Störungen und Suchterkrankungen prägen und belasten ganze Familiensysteme in starkem Maße. Expert:innen sind sich darüber einig, dass vor allem die Kinder als Hochrisikogruppe anzusehen sind. In der Zukunftswerkstatt soll diskutiert werden, wie passgenaue Angebote für Familien mit psychisch kranken bzw. suchtbelasteten Eltern(teilen) aussehen können und welcher Rahmen dazu erforderlich ist. Neben der Frage, wie die vielfach beschriebenen Schnittstellenprobleme zwischen den Arbeitsfeldern, z. B. der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen, überwunden werden können, soll mit Blick auf das KJSG auch ein Fokus darauf gerichtet werden, welche Chancen der veränderte gesetzliche Rahmen für eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungssituation bietet.

Jonas Blankenagel, Stiftung Universität Hildesheim
Nezire Omalar, Familienberatung und Schulpsychologischer Dienst der Stadt Köln

Hauptzielgruppen: Familienbildung und Familienberatung

Die Evaluation hat gezeigt, dass die Bekanntheit und die Inanspruchnahme der Leistungen von Familienberatung, -bildung und -pflege bei Familien mit Migrationshintergrund niedriger ausfallen. In noch stärkerem Maße trifft dies auf Menschen mit Fluchterfahrungen zu. Oft erweisen sich auch sprachliche Barrieren als Hemmnis.
Im Rahmen der Zukunftswerkstatt soll daher der Frage nachgegangen werden, wie Angebote und Zugänge so gestaltet werden können, dass Familien mit Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung noch intensiver bzw. zielgerichteter angesprochen werden.

Prof. Dr. Sabine Walper, Deutsches Jugendinstitut (DJI)
Jürgen Haas, Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen

Hauptzielgruppen: Familienbildung sowie Familienberatung und Familienpflege

Der gesellschaftliche Wandel auf vielen Ebenen – veränderte Arbeitswelt, Globalisierung, Vielfältigkeit von Familienstrukturen, sich verändernde Werte, demographische Verschiebungen etc. – stellt Familien vor Herausforderungen. Im Rahmen der Evaluation wurde deutlich, dass die Arbeitsfelder darin gefordert sind, Familien unter den sich verändernden Rahmenbedingungen Unterstützung zu bieten und ihre Angebotsstrukturen an den Wandel anzupassen. Insbesondere die zeitliche und räumliche Ausrichtung der Angebote sowie die zunehmende Partnerschaftlichkeit und die stärkere Ansprache von Vätern bietet vielversprechende Ansätze. Vor diesem Hintergrund soll im Rahmen der Zukunftswerkstatt ein Austausch über die Frage stattfinden wie die Angebotsstrukturen mit Blick auf die zu erwartenden gesellschaftlichen Veränderungsprozesse zukunftsfest gestaltet werden können.

Prof. Dr. Ute Müller-Giebeler, Technische Hochschule Köln
Michaela Zufacher, Technische Hochschule Köln

Hauptzielgruppen: Familienbildung sowie auch Familienberatung

Die Zukunftswerkstatt stellt die Frage in den Vordergrund, wie die Rolle der Arbeitsfelder im Sozialraum – etwa über Vernetzung, bedarfsorientierte Formate und flexible sowie präventive Angebote – gestärkt werden kann. Die Evaluation hat gezeigt, dass Arbeitsfelder wie z. B. die Familienbildung zunehmend dezentral und sozialräumlich orientiert agieren. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei u. a. offene und aufsuchende Angebote und niedrigschwellige Formate. Eine weitergehende Frage ist, wie die bedarfs- und zielgruppengerechte Arbeit weiter ausbaubar wäre, etwa über entsprechende Formate und/oder den Aufbau von Kooperationen.

Petra Evertz, Familien- und Erziehungsberatungsstelle des SKFM Düsseldorf
Birgit Geske, Psychologisches Beratungszentrum Düren

Hauptzielgruppe: Familienberatung 

Im Rahmen der Evaluation zeigt der Blick auf die behandelten Themen für alle drei Arbeitsfelder eine breite thematische Aufstellung der Angebote für Familien in NRW. Neben einer gleichbleibend hohen Nachfrage nach den schon lange bekannten Themen wird zugleich eine wachsende Themenvielfalt erkennbar. Die Evaluation verdeutlicht ferner, dass viele Fachkräfte insbesondere eine Zunahme komplexerer Fragestellungen und Themen erwarten. Dies kann sich etwa in der fachlichen Auseinandersetzung mit multiplen Problemlagen oder diffizilen Trennungs- und Scheidungsfällen manifestieren. In der Zukunftswerkstatt soll diskutiert werden, in welchen Bereichen sich die von vielen Fachkräften erwartete Zunahme von Zielgruppen mit komplexen psychosozialen Problemlagen in naher Zukunft besonders bemerkbar machen wird und mit welchen Ansätzen dem fachlich begegnet werden kann. Ein besonderer Fokus soll dabei vor allem auf die Trennungs- und Scheidungsproblematiken gerichtet werden.

Rüdiger Dreier, Dipl.-Sozialpädagoge / Berater / Familienblogger

Hauptzielgruppen: Familienberatung sowie auch Familienbildung und Familienpflege

Die Zukunftswerkstatt steht ganz im Zeichen der Digitalisierung und den mit ihr verbundenen Chancen und Herausforderungen für die Arbeitsfelder. Die Digitalisierung eröffnet für die familienbezogenen Leistungen des Landes wesentliche Entwicklungsmöglichkeiten: Zum einen bietet sie neue Möglichkeiten, die Angebote bekannter zu machen. Drei von vier Familien googeln im Internet, wenn sie Informationen zu Familienthemen benötigen. Zum anderen ist die Digitalisierung als Format für die Angebote von hoher Relevanz. Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung und Umsetzung von Online-Angeboten insgesamt sichtlich befördert. Die gesammelten Erfahrungen bieten die Chance, den Digitalisierungsschub insbesondere in der Familienbildung und Familienberatung zu verstetigen und die bislang eher randständige Bedeutung digitaler Formate zu überwinden.

Dr. Markus Warnke, Wübben Stiftung
Andreas Hamerski, Familienberatung und Schulpsychologischer Dienst Stadt Köln

Hauptzielgruppen: Familienberatung sowie auch Familienbildung

Die Zukunftswerkstatt beschäftigt sich mit den Leitfragen, wo Bedarfe für den Ausbau arbeitsfeldübergreifender Kooperationen bestehen und wie eine erfolgreiche Kooperation gelingen kann. Insgesamt zeigt die Evaluation eine hohe Bedeutung von Kooperation und Vernetzung für die Angebote und deren Qualität. Kooperationspartner können u. a. ein wichtiger Faktor für die Zugänge zu spezifischen Zielgruppen sein. Als eine starke Säule in NRW hat sich hier besonders die Zusammenarbeit mit zertifizierten Familienzentren herauskristallisiert. Die Kooperation mit Schulen hingegen ist in der Breite durchaus noch ausbaufähig. Ein Fokus soll im Rahmen der Zukunftswerkstatt vor allem auf die Familiengrundschulzentren gerichtet werden. Zukünftig könnte deren Auf- bzw. weiterer Ausbau ggfs. neue Möglichkeiten bieten.

Elisabeth Ingenerf-Huber, LVR-Landesjugendamt Rheinland, Kinder, Jugend, Familie
Lorenz Schmitz, Jugendamtsleiter Stadt Brühl

Zielgruppen: Familienberatung, Familienbildung und Familienpflege gleichermaßen

Im Blickpunkt der Zukunftswerkstatt steht die Frage, wie die zukünftige Vernetzung mit der Jugendhilfeplanung aussehen sollte. Die Evaluation hat im Zuge der Befragung der Jugendämter ein durchaus ambivalentes Bild der Kooperation gezeichnet: Während in einem Teil der Jugendämter eine intensive Zusammenarbeit insbesondere mit der Familienberatung und auch der Familienbildung stattfindet, ist die Vernetzung in anderen Fällen weniger stark ausgeprägt. Auch für die Familienpflege ist das Jugendamt ein wichtiger Kooperationspartner, der die Eignung der Familienpflege als Erbringer präventiver Maßnahmen jedoch in eher geringem Maße wahrnimmt und entsprechend einsetzt.

Dr. Dagmar Weßler-Poßberg, Prognos AG

Zielgruppen: Familienbildung, Familienberatung und Familienpflege gleichermaßen

In der Gesamtbetrachtung der Evaluation hat sich gezeigt, dass die Gewinnung von qualifiziertem Personal und die Sicherung des Personalstandes in allen Bereichen einen hohen Stellenwert hat. Ein drohender Personalengpass zeichnet sich allerdings vor allem in der Familienbildung, mit den für die Durchführung der Bildungsangebote notwendigen Honorarkräften, und in der Familienpflege ab. Die Familienberatung ist in dieser Hinsicht zurzeit noch etwas besser aufgestellt. Auch hier werden jedoch zukünftig verstärkte Herausforderungen bei der Suche nach qualifizierten Fachkräften erwartet. Im Rahmen der Zukunftswerkstatt soll ein Austausch darüber stattfinden, in welchen Bereichen zukünftig verstärkt Fachkräfte benötigt werden, und darüber hinaus Impulse gesammelt werden, wie diese ggfs. gezielt angesprochen und gewonnen werden können.

Dr. Monika Weber, LWL-Landesjugendamt
Sabine Bittner, Familien- und Erziehungsberatungsstelle Stadt Herne
Jens Arnold, Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ)

Hauptzielgruppe: Familienberatung sowie auch Familienbildung

Die Leitfragen der Zukunftswerkstatt sind, was Qualität ausmacht und wie die Frage nach der Qualität zukünftig ein noch stärkerer Bestandteil des alltäglichen professionellen Handelns sein kann. Die Evaluation konnte zeigen, dass Familienbildung, Familienberatung und Familienpflege als niederschwellige und präventive Angebote für Familien sehr wirksam sind. Auf der anderen Seite findet in der alltäglichen Praxis oft noch keine systematische datengestützte Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und den strukturalen und prozessualen Wirkfaktoren der Angebote statt, die Grundlage für eine zielgerichtete Qualitätsentwicklung sein könnte. Regelhafte Befragungen der Adressat:innen, Qualitätshandbücher und andere Verfahren bzw. Arbeitshilfen könnten ggfs. den Blick auf die Qualität schärfen.

Die Themen der Zukunftswerkstätten orientieren sich an den zentralen Handlungsfeldern zur Weiterentwicklung von Familienbildung, -beratung, und -pflege, die im Rahmen der Evaluation identifiziert wurden. Im Fokus stehen hier insbesondere Fragen aus den folgenden Bereichen.


  • Bekanntheit und Erreichung spezifischer Zielgruppen
  • Angebotsformate und -strukturen
  • Digitale Herausforderungen
  • Vernetzung und arbeitsfeldübergreifende Kooperationen
  • Personalstrukturen und Fachkräftegewinnung
  • Wirkung, Nutzer:innen-Zufriedenheit und Weiterentwicklung der Qualität

Insgesamt sind zehn Zukunftswerkstätten mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen in Vorbereitung, die sowohl für Fachkräfte der Familienbildung, -beratung als auch -pflege gleichermaßen attraktive Austauschformate zu zentralen fachpolitischen Fragestellungen bieten sollen. Die Zukunftswerkstätten werden parallel in zwei Durchläufen durchgeführt, so dass jede(r) Teilnehmer:in des Fachkongresses insgesamt an zwei Zukunftswerkstätten partizipieren kann (s. Tagungsablauf).

Grundlage der Zukunftswerkstätten sind Fachinputs aus Wissenschaft und Praxis, die von hochangesehenen Referent:innen in die einzelnen Beteiligungsformate eingespeist werden. Nähere Informationen zu den Details des Fachprogramms werden in Kürze noch auf dieser Webseite zur Verfügung gestellt.